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Die Geschlechterkluft im Bereich der KI ist dreimal höher als in anderen Bereichen

Die Experten des Weltwirtschaftsforums sind besorgt über die Geschlechterungleichheit im Bereich der Entwicklung der künstlichen Intelligenz. Kann die KI die Positionen und Bedürfnisse der meisten Menschen widerspiegeln, wenn sie größtenteils von Männern entwickelt wird?

KI dringt in verschiedene Bereiche des Lebens der Menschen ein: der Verkehr, die gesundheitliche Betreuung, die Landwirtschaft, das Handel, die Produktion. Nach Angaben von WEF wird in den USA  immer noch die Personallücke im Bereich der Entwicklung der künstlichen Intelligenz beobachtet. Frauen besitzen dort weniger als ein Viertel der Arbeitsplätze.

«Es ist sehr wichtig, dass die Menschen, die die künstliche Intelligenz entwickeln, die ganze Bevölkerung repräsentieren“, sagt Kay Firth-Butterfield, die Leiterin der Abteilung für KI und Maschinelles Lernen von WEF. Die Expertin sagt, dass die Voreingenommenheit die Entwicklung und die Arbeit der Algorithmen beeinflussen kann, weil sie die Bedürfnisse der gesamten Bevölkerung nicht widerspiegeln.

Nach Angaben der Analytiker ist die Geschlechterkluft in der KI dreimal höher als in anderen Bereichen. Frauen werden mit geringerer Wahrscheinlichkeit Leitungsstellen besetzen. Diese Nichtübereinstimmung hat reale Konsequenzen.

Als Beispiel kann man den Chatbot Tay anführen. Das dialogorientierte Lernexperiment in Twitter war erfolglos. Die Benutzer schrieben rassistische und misogynische Aussagen in den Kommentaren, die der Chatbot bald zu wiederholen anfing. Die Entwickler von Google haben eine neue Funktion in Gmail hinzugefügt. Sie hilft, Wörter und Ausdrücke auszuwählen, um Sätze zu vervollständigen. Der Algorithmus machte nicht objektive Annahmen in Bezug auf Pronomen. Zum Beispiel schlug er für das Wort „Krankenschwester“ (engl. – nurse) nur das Pronomen „sie“ vor. Danach verzichtete Google auf den Einsatz von den Geschlechtspronomen in SmartCompose, um die Voreingenommenheit zu vermeiden.

Firth Butterfield wies auch auf die Tatsache hin, dass die populärsten virtuellen Assistenten (von Apple, Amazon und Google) eine weibliche Stimme haben und zur Bedienung und Annahme von Bestellungen dienen. Das liegt daran, dass die Mehrheit der Mitarbeiter in Call-Zentren Frauen sind. Die Entwickler wiederholen dieses Stereotyp.

Die Veränderung der Proportion in diesem Bereich erfordert die Ergreifung von Maßnahmen. Die Geschlechtervielfalt des Teams verbessert das Ergebnis der Arbeit. Wenn verschiedene Menschen die KI entwickeln, wird sie die Gesellschaft besser widerspiegeln.

Quelle
AI-United-Redaktion

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